
Normales Lüften reicht anscheinend nicht mehr – jedenfalls bei Neubauten und unter Umständen bei modernisierten Eigenheimen. Das heißt, wenn mehr als ein Drittel der Fensterfläche oder der Dachfläche ausgetauscht wurden, greift die DIN-Verordnung 1946-6. Demnach ist eine Lüftungsanlage in den Wohnräumen zu installieren.
Fluch und Segen zugleich
Die Neubauten haben zwar den Vorteil, dass sie besonders gut gedämmt sind und die Wärme in den Räumen bleibt, jedoch gelangt auch kein Lüftchen mehr hinein. Eine vierköpfige Familie, zum Beispiel, produziert täglich bis zu elf Liter Wasser in der Raumluft. Demnach müsste alle zwei Stunden für etwa fünf Minuten gelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Das ist kaum zu bewerkstelligen.
Eine Alternative wären Fensterfalzlüfter. Diese werden in die Gummilippen der Fenster eingesetzt, sodass die Luft von außen nach innen strömen kann. Der Nachteil daran ist, dass man bei starkem Wind ein Pfeifen hört, welches auf Dauer an die nervliche Substanz geht. Außerdem wird durch den ständigen Luftstrom die Raumtemperatur herunter gekühlt, was natürlich wenig wärmeeffizient ist. Vielleicht wäre diese Variante der Lüftung für den Keller besser geeignet? Hier ist‘s egal, ob es mal pfeift oder etwas kühler wird.
Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher
Eine andere Möglichkeit der modernen Lüftung sind Anlagen mit Wärmetauscher. Hier werden der Abluft 80 bis 90 Prozent der Wärme entzogen und zurück in die Räume geführt. Für Allergiker hat dieses Belüftungssystem einen weiteren Vorteil. In der Anlage ist ein Pollenfilter eingebaut, Schadstoffe aus der Umwelt werden ebenfalls herausgefiltert.
Zugluft gehört der Vergangenheit an, da der Luftaustausch in geschlossenen Systemen stattfindet. Allerdings sind diese modernen Lüftungsanlagen nicht mit einer Klimaanlage zu verwechseln, die Luft wird nicht heruntergekühlt. Die Geräte lassen sich beispielsweise gut in abgehängten Decken oder Küchenzeilen installieren.